Es gibt für alles eine “App” – auch für den MDR
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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 23. Jul 2010 - 10:56 Uhr
Eine “App” ist ein kleines Programm für die modernen Kommunikationsgeräte, die viele Menschen heutzutage mit sich herumtragen. Für das iPhone zum Beispiel, den iPod touch oder auch das iPad. Nun hat auch der Mitteldeutsche Rundfunk in diesem Bereich nach- und einige Apps aufgelegt. Darunter auch ein Mini-Programm für die Angebote des Senders in Sachsen-Anhalt. Mit dabei, zumindest in der Werbung dafür, auch Aschersleben. Gleich zwei Mal.
Haben Sie ein iPhone? Oder einen iPod touch? Und sind Sie zudem Hörer von MDR1 Radio Sachsen-Anhalt? Dann brauchen Sie dieses neue Mini-Programm für Ihr Gerät: es nennt sich schlicht MDR Sachsen-Anhalt (AppStore-Link). Damit können alle Nutzer per Fingerzeig die aktuellen MDR-Nachrichten lesen oder das Hörfunkprogramm auf dem Handy anhören. Das Programm ist – wie seine Programm-Schwestern für Sachsen und Thüringen – kostenlos im AppStore von Apple zu beziehen.
Dort wird es auch beworben, wie üblich mit Screenshots aus dem Programm. Potenziell gucken also Millionen von iGeräte-Nutzern weltweit auf das Angebot und laden es womöglich herunter. In den Screenshots ist übrigens keine andere Stadt so oft vertreten wie Aschersleben. Gleich zweimal erscheint der Name der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts in den Beispielbildern, die die Funktion der App demonstrieren sollen. Im Bild wurden diese Erwähnungen rot markiert. Na wenn das keine Werbung für die Stadt ist!
Das Problem ist jedoch: Nur ein kleiner Teil der weltweiten iPod-, iPhone- und iPad-Benutzer lebt in Sachsen-Anhalt. Und ein noch kleinerer Teil davon wird sich die App installieren. Wer sie allerdings auf sein Handy lädt, der bekommt handlich aktuelle Informationen geliefert, Audiobeiträge aus dem Hörfunkprogramm oder Videos aus der Magazin-Sendung “Sachsen-Anhalt heute”.
Inzwischen gibt es zwar die Handy-Betriebssystemversion iOS 4, allerdings nutzt die App zum Beispiel die neuen Multitaskingfähigkeiten des Systems nicht aus. Startet man zum Beispiel den Radio-Livestream und öffnet ein anderes Programm, dann wird der Livestream beendet anstatt im Hintergrund weiterzulaufen. Zudem ist die App nicht für das große iPad-Display optimiert. Die angebotenen Videos sind teils in niedriger Qualität mit sichtbaren Kompressionsartefakten (also Klötzchen sind zu sehen). Hier herrscht also noch Updatebedarf.
Es wird allerdings auch Diskussionsbedarf herrschen. So nützlich die App möglicherweise ist, sie wendet sich nur an einen winzigen Teil der MDR-Hörerschaft – nämlich jene, die eins der nicht ganz preiswerten iGeräte besitzen und die zudem an aktuellen Nachrichten interessiert sind. Dürfen GEZ-Gebühren für so etwas eingesetzt werden? Zur Grundversorgung gehört die App jedenfalls nicht, denn mehr als eine nette, zeitgemäße Darstellungsform der sonst auch im Internet angebotenen Inhalte ist das Progrämmchen nicht.
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Eine Anmerkung in eigener Sache: Sollte jemand im Programmieren von iOS-Apps fit sein und (pro bono) Lust an einem neuen Auftrag haben, dann wartet auch eineblick.de auf eine möglichst innovative und moderne Umsetzung auf dem iPad.
Ob das iPad als Zeitungsersatz dienen kann, darüber hat eineblick.de im Beitrag mit der Überschrift “Das iPad als Zeitung? (Video)” bereits berichtet.





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