Reiseunternehmer verschenkt Reisebeschreibung
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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 16. Jun 2010 - 18:35 Uhr
Alle Schulen der Stadt Aschersleben sowie der Ortsteile wurden großzügig beschenkt. Ein Reiseunternehmer stiftete ihnen Reisebeschreibungen. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Denn bei den Reisebeschreibungen handelt es sich um das Buch des Ascherslebener Universalgelehrten Adam Olearius, der im 17. Jahrhundert lebte und mit seinem Werk praktisch eines der bedeutendsten Bücher über Russland vorlegte. Das Buch hat einen Wert von 160 Euro – pro Stück.
Zusammen mit mehreren Partnern hatte die Stadt Aschersleben die “Moskowitische und Persianische Reisebeschreibung” von Adam Olearius neu aufgelegt und sich das einiges kosten lassen. Denn das in der Stadt verhandene Original einer alten Ausgabe wurde faksimiliert, also nachgebildet. Herausgekommen ist ein hochwertiges, fast vier Kilogramm schweres Buch in feinem Leder gebunden und auf historisch anmutendem Papier gedruckt. Kein Wunder also, dass die Nachbildung stolze 160 Euro kostet.
Ein Wunder um so mehr, dass jemand gleich 15 Stück davon kauft und 14 gleich wieder weiterverschenkt. Mike Schubert vom Reisecenter Schubert in Aschersleben und Mendorf Reisen hat das getan. Die Verbindung zwischen Reisebeschreibung und Reiseunternehmen, so Schubert, sei schließlich naheliegend. Die Beschenkten sind die Kinder und Jugendlichen der Stadt Aschersleben, denn ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, in dem Buch zu lesen und Adam Olearius’ abenteuerliche Forschungsreise nach Russland und Persien, die er von 1633 bis 1639 unternahm, nachzuvollziehen.
Olearius selbst veröffentlichte seine “Moskowitische und Persianische Reisebeschreibung” erstmals 1646 und neun Jahre später erneut in einer überarbeiteten Fassung. Über zwei Jahrhunderte hinweg prägte er damit das westeuropäische Bild von Russland wesentlich. Das Buch zählt zu den bedeutendsten Werken der deutschen Sachliteratur des 17. Jahrhunderts. Für die Kenntnis Russlands vor Peter dem Großem ist es noch heute eine wichtige Quelle, da es fast keine vergleichbaren Berichte aus jener Zeit gibt.
Olearius ist sozusagen der “geistige Vater” der Landesgartenschau in Aschersleben. An vielen Orten auf dem Gartenschaugelände gibt es Anspielungen auf ihn und sein Buch, zum Beispiel in den Spielgeräten auf der Herrenbreite. Die Inspirationen dazu gaben Olearius’ Reiseberichte zum Beispiel über Schiffbrüche und die Wolgawälder.
Nur 600 Exemplare sind von der wertvollen Neuauflage des Buches erschienen, das beim Förderverein der Landesgartenschau bezogen werden kann.






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