Marko LitzenbergPeta-Vorwürfe: Zoo weist Tierverbleib nach

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 23. Dez 2009 - 12:30 Uhr


 

In der vergangenen Woche sah sich der Zoo Aschersleben Vorwürfen der Tierrechtsorganisation Peta ausgesetzt. Die behauptete, dass der Zoo mit einem angeblich “dubiosen” Tierhändler zusammenarbeite und Tiere “spurlos verschwunden” seien. Zoodirektor Dietmar Reisky versprach, einer von Peta vorgelegten Liste nachzugehen und den Verbleib der dort aufgeführten Tiere nachzuweisen. Das ist heute geschehen.

Die Stadt hat den Verbleib von getauschten Tieren recherchiert.

eineblick.de hatte im Beitrag “Peta wirft Zoo Aschersleben Tierhandel vor” über die von Peta erhobenen Vorwürfe berichtet. Die Stadt Aschersleben wies die Vorwürfe der Organisation Peta jetzt nochmals in einer Mitteilung “auf das Schärfste” zurück. Oberbürgermeister Andreas Michelmann betonte darin, “die Stadt lasse sich nicht als ideologische Angriffsfläche extremer Tierrechtler missbrauchen, für die selbst Milchtrinker Tierquäler sind.”

In der Tat hat Peta auf seiner Online-Präsenz eine eigene, kritisch zu hinterfragende “Anti-Milch-Seite“. Darüber hinaus versucht Peta mit lächerlich anmutenden Aufrufen für Schlagzeilen zu sorgen und auf sich aufmerksam zu machen, wie zuletzt mit der Forderung, der Vatikan solle komplett “vegan” werden, weil Veganer das Klima schützen würden. Zudem muss sich die Tierrechtsorganisation Peta in den USA selbst gegen Vorwürfe der Tierquälerei und Tiertötung wehren – zumindest wenn man der Internetseite www.petakillsanimals.com glaubt. Insofern ist eine kritische Distanz bei den Vorwürfen der Tierrechtsorganisation durchaus angebracht.

Über den Verbleib der auf der Peta-Liste aufgeführten Tiere hat der Zoo Aschersleben dennoch das Folgende recherchiert. In dem Zeitraum, in dem der von der Organisation genannte Tiervermittler keine Tierhändlerlizenz mehr besaß, also ab 2006, gingen durch seine Vermittlung acht Tiere in den dänischen Skaerup Zoo, darunter die herkunftsnachweispflichtigen Zwergotter, Amurkatzen und ein Jaguar. Im Januar 2008 wurden durch ihn drei Streifenhyänen an den Safari Zoo Park in Lintrup, Dänemark, vermittelt. Ein Jaguar ging im November 2007 an den Tierpark Berlin. Zwei Nilkrokodile gingen an ein niederländisches Aquarium. Zwei Litschi-Wasserböcke gingen ebenfalls an einen niederländischen Zoo.

Bei den anderen auf der Liste aufgeführten Tieren wie Graupapageien und Lamas handele es sich, so der Zoo, um Tiere, die auch an private Tierliebhaber abgegeben werden dürfen.
Für zwei Totenkopfäffchen hatte Dietmar Reisky keine Erklärung. Zu dem auf der Liste angegebenen Zeitpunkt (20.06.2007) wurden solche Tiere weder durch den Zoo Aschersleben abgegeben noch wurden sie dort geboren.

Der Zooleiter wies in diesem Zusammenhang auch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass der Zoo die Veränderungen in seinem Wildtierbestand jährlich bei der Unteren Naturschutzbehörde nachweisen muss. Dort werden Neuzugänge und Abgänge dokumentiert – immer mit der Angabe, wohin die Tiere gegangen sind.

Peta hatte angekündigt, die Vorwürfe fallen zu lassen, wenn der Zoo den Verbleib der Tiere nachweisen könne, was aus Sicht der Ascherslebener damit geschehen ist. Ob Peta allerdings die bloße Nennung eines “niederländischen Zoos” ohne konkretere Angaben ausreicht, bleibt fraglich.
So schreibt die Stadt Aschersleben in ihrer Mitteilung zum Beispiel auch: “Im Mai 2008 erhielt der italienische Zoo ‘Azienda agricola’ vier Berberaffen.” “Azienda agricola” heißen in Italien allerdings tausende Einrichtungen, vor allem sind das jedoch Landwirtschaftsbetriebe, oft mit angeschlossenem Pensionsbetrieb für Touristen. Hier bliebe tatsächlich die Frage offen, was ein Landwirtschaftsbetrieb mit Berberaffen anfängt? Eine konkretere Nennung seitens der Stadt hätte hier weitere Nachfragen ausschließen und Zweifel ausräumen können.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Peta-Vorwürfe: Zoo weist Tierverbleib nach”
(absteigend nach Datum sortiert, also der neuste Kommentar steht oben)

  1. Thomas schrieb am 24. Dez 2009 um 16:32 Uhr

    An Michael H.:
    Also so wie ich das sehe hat der Autor eigentlich im großen und ganzen nur eine Pressemitteilung zitiert und einige – für mich – durchaus interessante Hinweise hinzugefügt. Dass man eben vieles auch von mehreren Seiten und dabei kritisch betrachten kann – vor allem bei Peta und den anscheinend ziemlich militanten Tierechtlern, die vieles tun um auf die Titelseiten zu kommen. Der Autor hat immerhin auch angemerkt, dass die Angaben der Stadt durchaus noch nachbesserungsbedürftig sind – zum Beispiel was die Berberaffen angeht.
    Insofern fühle ich mich recht objektiv informiert.

    Alles andere als objektiv ist dagegen dieses Veganer-Gequatsche. Logisch dass Peta es nicht gerne zugeben will, wenn die Organisation selbst Tiere tötet. Egal wo die Kampagne herkommt – zum Beispiel von KFC. Klar dass das einseitig ist, das ist das Gefasel von Peta allerdings auch.

    Ich jedenfalls freue mich auf meine Weihnachtsgans. Die durfte nur leben, um morgen auf meinem Tisch zu landen. Na und? Ich bin nun mal als Mensch auch ein Fleischfresser – und bin es gern. Weil es mir schmeckt. :-P

    Und ich bin mir nicht sicher, ob wir Menschen heute die Menschen wären, die wir heute sind, wenn unsere Vorvorvorvorfahren immer nur an Blättchen geknabbert hätten ;-)

    In diesem Sinne: Frohe Weihnachten. Lasst Euch die Würstchen mit Kartoffelsalat, die Gans oder Ente schmecken. Und Ihr Veganer freut Euch auf euren Biosalat. :-P

  2. Michael H. schrieb am 23. Dez 2009 um 18:02 Uhr

    Da wurde wohl wieder einmal nicht recherchiert und irgendwelche Aussagen aufgeschnappt.

    z.B. zu http://www.petakillsanimals.com/
    Diese Site wird vom “Center for Consumer Freedom” betrieben, welches unter anderem von “Kentucky Fried Chicken” ins Leben gerufen wurde (warum wohl? Vielleicht wegen der Kampagne gegen KFC? – siehe z.B. http://tinyurl.com/le6eq4 )

    Bitte lest doch auch http://www.peta.de/petakillsanimals

    Auch sonst ist der ganze Bericht voller Fehler und falschen Aussagen:
    “weil Veganer das Klima schützen würden”
    Veganer schützen das Klima. Fleischkonsum ist der Klimakiller #1. Außerdem: wenn alle Vegetarierer/Veganer werden, würde für jeden Menschen auf dieser Welt genug Nahrung zur Verfügung stehen. Wir verfüttern soviel Getreide an die Tiere, um sie für den Verzehr zu mästen, dass Fleisch hinsichtlich Ressourcenverbrauch das ineffektivste Nahrungsmittel ist. In den USA z.B. werden 70% des Mais, Weizens und der anderen Getreide, die wir anbauen, an Tiere verfüttert. Die Tiere auf der ganzen Welt verbrauchen eine Futtermenge, die dem kalorischen Bedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht – das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung.
    Somit gilt wohl nicht der von Fleischessern angewandte Spruch “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg”, sondern “Fleischesser essen u.a. armen Kindern in Afrika das Essen weg”…

    “[...] Milchtrinker Tierquäler sind.”
    Milchtrinker sind keine Tierquäler, da sie – wie der Autor – nicht über die Gewinnung der Milch bescheid wissen. Dies trifft nur auf die Milchindustrie zu.
    Damit eine Kuh Milch produziert, muss sie kalben. Jede “Milchkuh” wird Jahr für Jahr geschwängert, damit ihr Milchfluss nicht versiegt. In der Natur würde das Kalb die Milch der Mutter trinken, und es bestände kein Bedarf, dass der Mensch diese Aufgabe übernimmt. In der Massentierhaltung jedoch werden Kälber ihren Müttern bereits ein bis zwei Tage nach der Geburt weggenommen, damit die Milch, die von Natur aus für das Kälbchen vorgesehen ist, vom Menschen getrunken werden kann. Weibliche Kälbchen werden entweder sofort geschlachtet oder aufgezogen, um selbst wieder Milchkühe zu werden. Die männlichen Kälbchen werden 16 Wochen lang in winzige Kälberboxen gepfercht, die so klein sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können.
    Wegen der hohen Nachfrage nach Milchprodukten werden Kühe genetisch manipuliert und mit Wachstumshormonen gefüttert, um so zu erzwingen, dass sie Milchmengen produzieren, die jenseits jeder natürlichen Grenze liegen. Und selbst diejenigen Bauern, die Tiere nicht in Intensivhaltung halten, müssen die Kälbchen loswerden, die sonst die Milch trinken würden, und schicken die Mütter zum Schlachter, wenn ihre Milchproduktion nachlässt.
    Siehe auch den untenstehenden Link sowie http://www.peta.de (Häufig gestellte Fragen) für weitere Informationen.

    Der Autor sollte sich erst einmal ausführlich mit Tierschutz-/Tierrechtsthemen befassen, anstatt so weit auszuholen und in Wirklichkeit nicht den blassesten Schimmer zu haben, was in Zoo’s, Massentierhaltung, etc. hinter verschlossenen Türen wirklich vor sich geht.

    Daher an den Autor & die Leser, die wirklich Interesse an diesen Themen haben und nicht nur über PETA & Co. schimpfen wollen:
    Setzt euch doch bitte erstmal mit Tierrechtsthemen auseinander, bevor ihr urteilt. http://veg-tv.info/Earthlings sowie speziell hinsichtlich Fleischkonsum: http://veg-tv.info/Meet_your_Meat wären ein guter Ansatzpunkt dafür. Schaut auch die Filme an, denkt darüber nach und urteilt erneut, ob PETA wirklich übertreibt…

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