Überzogene Kritik
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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 18. Dez 2009 - 10:34 Uhr
Sicher, es mag einiges falsch gelaufen sein beim Tausch von Tieren des Ascherslebener Zoos. Möglicherweise haben sich die Verantwortlichen nicht alle Zielorte der abgegebenen Tiere schriftlich bestätigen lassen oder dies dann auch nachgeprüft. Dem Zoo allerdings vorzuwerfen, wie Peta es momantan macht, dem illegalen Tierhandel Vorschub geleistet zu haben oder Tiere “auf Teufel komm raus” gezüchtet zu haben, damit ein Tierhändler reich wird, das ist doch etwas überzogen. Schließlich wären die Aktivisten von Peta die ersten die schreien, wenn Jungtiere getötet werden würden, weil man sie woanders nicht los wird oder wenn Elterntiere im Zuge der Geburtenkontrolle sterilisiert werden würden. Das würde ja dann der Arterhaltung wiedersprechen.
Hier wird die Mücke zum Elefanten gemacht. Und ein bis dahin eher mit Engagement geführter Zoo mit einer Kritik überzogen, die dem ansonsten guten Ruf der Einrichtung schadet. Peta ruft auf der eigenen Internetseite dazu auf, Zoos zu boykottieren. Doch auch das ist alles andere als tierfreundlich, denn die mageren Einnahmen, die der Zoo mit seinen drei oder vier Euro Eintritt erwirtschaftet, braucht die Einrichtung auch zum Füttern der Tiere. Peta ruft also über Umwege dazu auf, die Tiere verhungern zu lassen. Sicher auch das ist überzogen, aber letztlich der gleiche überspitzte Ansatz, mit dem Peta nun den Ascherslebener Zoo angreift.
Wenn der Tiervermittler Fehler gemacht hat, dann sollte das auch zu Konsequenzen führen – keine Frage.
Dem Zoo Aschersleben nun aber die Bürde aufzuerlegen, jedem Zwergotter hinterher zu fahren, um den Ankunftsort zu überprüfen, ist doch etwas weit hergeholt. Zoochef Dietmar Reisky konnte in der Pressekonferenz, die extra wegen der Peta-Vorwürfe einberufen worden war, glaubhaft erklären, dass der Zoo Aschersleben kein Geld an den Vermittler gezahlt hat und mit ihm bislang auch gute Erfahrungen gemacht habe. Und er konnte auch glaubhaft machen, dass er im Vertrauen auf die Korrektheit der Tauschgeschäfte gehandelt habe und das Wohl der Tiere im Auge hatte.





Ihr Artikel und auch der Kommentar ist bisher der beste und sachlichste den ich in dieser leidigen Angelegenheit gelesen habe.
PETA mag zwar eherne Grundgedanken haben, die dem Tierschutz nahe stehen, handelt aber als Tierrechtsorganisation. Der Grundgedanke von PETA fordert die Auflösung von jeglicher Tierhaltung und das ist sicherlich weit überzogen.
Über die effekthaschende Präsentation brauchen wir hier nicht zu reden