eineblick im Auslandseinsatz – mit Leser-Umfrage

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 15. Dez 2011 - 11:59 Uhr
Shortlink für diesen Beitrag: http://www.ebasl.de/fio


Vor einigen Wochen hatte ich an dieser Stelle auf eine Berichterstattungspause auf eineblick.de hingewiesen. Daran hat sich auch nichts geändert. Gleichzeitig hatte ich aber auch erwähnt, dass ich mich von Zeit zu Zeit wieder an dieser Stelle melden werde. Nächste Woche ist es so weit: Es geht auf eine Reise nach Ägypten – und wenn die eineblick-Leser es möchten, werde ich vom Fuße der Pyramiden berichten.

Ägypten hat mit Aschersleben auf den ersten Blick nicht allzu viel zu tun. Warum also von dort berichten? Das Thema Ägypten hat eineblick.de jedoch bereits Anfang des Jahres 2011 beschäftigt. Damals war gerade der so genannte “arabische Frühling” angebrochen, die Revolution hatte von Tunesien aus das Reiseland am Nil erreicht und die Nachrichten waren voll von Berichten über die Ereignisse auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Die Lage war undurchsichtig, eine Reisewarnung war ausgegeben worden und auch Ascherslebener Urlauber buchten ihre Reisen nach Nordafrika um. (siehe Beitrag mit Video unter dem Titel: “Ascherslebener buchen Ägypten-Reisen um”).

Tatsächlich ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle von Ägypten. Die Unruhen sorgten jedoch für Verunsicherung bei den urlaubsfreudigen Deutschen. In den vergangenen Wochen kam es zudem im Vorfeld der ersten freien Wahlen in dem Land zu neuen blutigen Auseinandersetzungen zwischen der amtierenden Militärübergangsregierung und Demonstranten, die sogar mehr als 40 Todesopfer forderten. Dabei bräuchte das Land der Pharaonen gerade jetzt, in der Zeit des demokratischen Neuanfangs, die Mittel aus dem Tourismus.

Noch unter der Regierung des inzwischen gestürzten Machthabers Mubarak war Ägypten als offizielles Partnerland der nächsten Internationalen Toursimusbörse (ITB) im März 2012 in Berlin vorgesehen. Der Slogan lautete damals noch “Ägypten – Wo alles begann”. Nach dem Umsturz richtete sich auch das Tourismusmarketing neu aus. Aus dem Werbespruch wurde in Anlehnung an den Aufbruch: “Ägypten – Wo alles beginnt”. Das Augenmerk ist daher besonders auf das geschichtsträchtige Land gerichtet.

Um für Ägypten zu werben und natürlich auf die Rolle des Landes bei der ITB in Berlin hinzuweisen, wurden Journalisten zu einer Pressereise nach Hurghada und Kairo eingeladen. Ich war einer der eingeladenen Journalisten. Die Reise ist für alle mitreisenden Kollegen kostenlos. Anreise, Unterkunft, Verpflegung und straffes Programm der Kurzreise vom 18. bis 21. Dezember – alles frei. Natürlich mit dem Hintergedanken der Einladenden, dass sich diese Investition in entsprechender Berichterstattung niederschlägt. Berufsethisch sind derartige Reisen nicht immer ganz einfach, schließlich begibt man sich als Teilnehmer an einer derart gesponserten Reise in eine gewisse moralische Abhängigkeit. Das ist kein Geheimnis, in der Regel auch kein Problem, denn niemand wird zu etwas gezwungen, niemandem wird etwas gegen seinen Willen in den Block diktiert. Es soll aber der Transparenz wegen auch nicht unerwähnt bleiben.

Auf der Teilnehmerliste stehen unter anderem Redakteure der TAZ, der Berliner Zeitung, des Tagesspiegel, der Nachrichtenagentur dapd, der Deutschen Welle aber auch eher regional aktive Medien wie Journalisten der Staßfurter Volksstimme und – immerhin drei – Kollegen des Harzer Regionalfernsehsenders rfh.

Ich möchte den Lesern von eineblick die Entscheidung überlassen, in welcher Form hier online über die Reise berichtet werden soll und bitte um möglichst rege Beteiligung. Auf Facebook werde ich dazu auch eine Umfrage starten, wer da nicht angemeldet ist, kann aber auch gerne hier unter dem Beitrag einen Kommentar mit der entsprechenden Nummer hinterlassen. Das Ergebnis wird auch Einfluss auf das Equipment haben, das ist mitnehmen muss.

Die Frage also lautet: Wie soll eineblick von der Pressereise nach Ägypten berichten?

1. Umfassend, aktuell und kritisch – also täglich per Video, Bild und Text direkt von der Reise (ähnlich wie von der Krakau-Reise im Mai – WLAN vor Ort vorausgesetzt).
1.1 mit anschließender multimedialer Sonderausgabe des iPad-Magazins eineblick.HD
2. Ein Beitrag irgendwann nach der Fahrt reicht aus.
3. Gar keine Berichterstattung.

Ein paar interessante Links noch:
Aktueller Beitrag des ORF vom 14.12.2011 zu den aktuellen Wahlen in Ägypten mit einer Einordnung, was eine Stärkung der konservativ-islamistischen Salafisten für den Ägypten-Tourismus bedeuten könnte.
Werbung des Airport-Cochstedt für die Anflugziele in Ägypten
Einer der bekanntesten deutschen Blogger ist Richard Gutjahr. Er berichtete Anfang des Jahres auf eigene Faust vom Tahrir-Platz.

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Kommentare

4 Kommentare zu “eineblick im Auslandseinsatz – mit Leser-Umfrage”

  1. Herbert Senf, 76189 Karlsruhe schrieb am 16. Dez 2011 um 11:49 Uhr

    Von der Ägyptenreise wünsche ich mir eine tägliche aktuelle Berichterstattung mit Text, Bild und Video.

  2. Frank Gehrmann schrieb am 17. Dez 2011 um 12:40 Uhr

    Na dann viel Spaß, Marko, beim „Auslandseinsatz“ im 5-Sterne-Ressort in El Gouna! (oder war es doch eine Pressereise?) Wir waren zu zweit privat Ende Februar in Kairo und im Sinai, kurz nach der Revolution. Wir sind tagelang durch Kairo spaziert und hatten sehr schöne Begegnungen und Erlebnisse – gerade auch auf dem Tahrir. Die Euphorie und der Enthusiasmus, die dort zu spüren waren, waren toll. (ein paar Bilder davon gibt’s zu sehen unter http://www.frankgehrmann.de/galerie.htm ) Am letzten Abend unserer Reise (9. März) wurde der Tahrir gewaltsam geräumt und wir haben die Anfänge der Aktion vor Ort miterlebt und sind dann um unser Leben gerannt. Ob das ein „Auslandseinsatz“ war? Gewaltiges Wort! Und mit so mächtigen Begriffen sollte man vorsichtig umgehen. Sie können schnell mal den Blick auf die Realität verschleiern. Ich wünsche Dir drei schöne Tage in Ägypten ;-)

  3. Marko Litzenberg schrieb am 17. Dez 2011 um 13:14 Uhr

    Danke Frank. OK, “Auslandseinsatz” ist vom Wort her vielleicht ein bisschen vorbelastet…
    Das mit der Pressereise hatte ich aber im Blogbeitrag nicht unerwähnt gelassen. Es war mir auch wichtig, die Leser darauf hinzuweisen.

    Im Blog werde ich übrigens im Ergebnis der Umfrage (50% reicht ein Beitrag, 50 % wünschen sich mehr) einen Kompromiss machen: Ich werde einen Beitrag immer wieder ergänzen mit kurzen, schnell gemachten Videos, Texten und Bilder, so wie ich dazu komme und WLAN vorfinde.

    Danach gibt es dann eine Sonderausgabe des Magazins in der App eineblick.HD.

    @Frank: Es würde mich freuen, wenn Du einen Text (Reportage) über Deine Erlebnisse im März und Bilder fürs iPad beisteuern könntest, um die Sache runder zu machen. Honorar kann ich leider nicht zahlen, wäre aber echt nett, wenn Du Dich mit Deinen Erlebnissen beteiligst, die ja doch zeitlich sehr dicht an den Umbrüchen im Februar auf dem Tahrir-Platz liegen. Würde mich über eine entsprechende Meldung von Dir freuen.

  4. Frank Gehrmann schrieb am 17. Dez 2011 um 13:28 Uhr

    Aber leider wird schon in der Überschrift bewusst die falsche Fährte gelegt. Pressereise = Auslandseinsatz. Fahr doch einfach hin; genieße die Zeit oder arbeite (oder beides); melde Dich von dort live oder auch nicht; komm zurück und berichte in der Art, von der Du glaubst, dass sie dem ägyptischen Tourismus am meisten hilft. Ich werde alles mit Interesse lesen ;-)

    P.S. Lass uns über Text und Fotos nach Deiner Rückkehr sprechen.

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