Bewegender Zeitzeugenbericht

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 06. Mai 2011 - 03:24 Uhr
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Eine erlebnis- und erkenntnisreiche Fahrt nach Krakau ging am Donnerstag zu Ende. Schüler des Gymnasium Stephaneum aus Aschersleben sowie des Ruth-Pfau-Berufsschulzentrums Leipzig erhielten tiefe, erschreckende und zuweilen verstörende Einblicke in die deutsche Geschichte. Bewegend war auch der Bericht des Zeitzeugen Wilhelm Brasse, der als der „Fotograf von Auschwitz“ bekannt ist. Selbst Häftling mit der Nummer 3444 im KZ musste er tausende Mithäftlinge porträtieren. Man zwang ihn jedoch nicht nur dazu, Porträts zu erstellen, sondern auch weitaus schlimmere Aufnahmen zu machen.

Davon erzählte Wilhelm Brasse in einem knapp dreistündigen Bericht den Jugendlichen, die sich danach sehr beeindruckt und bewegt zeigten.

Der letzte Tag in Krakau bestand allerdings auch aus der Besichtigung der ehemaligen Fabrik des Unternehmers Oskar Schindler. Er rettete knapp 1200 Krakauer Juden vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten. Seine Geschichte wurde 1993 von Steven Spielberg im Film „Schindlers Liste“ erzählt.

Viele der mitreisenden Jugendlichen hatten – den Film von der Hinfahrt nach Krakau noch im Kopf – Erwartungen an diese Fabrik, die nicht erfüllt wurden. Heutzutage erinnert lediglich die Fassade noch ein bisschen an das damalige Aussehen des Unternehmens oder die Bilder des Hollywood-Streifens. Im Gebäude ist allerdings eine sehr ansprechende und informative Multimedia-Museumspräsentation untergebracht. Leider blieb zur eingehenden Besichtigung der Ausstellung viel zu wenig Zeit, denn im Eiltempo wurden die Jugendlichen durch die Exposition geschleust.


 
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