Prügelei im Ring: Boxer rastet aus

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 10. Apr 2011 - 15:00 Uhr
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Madgeburg ist zwar nicht ganz der Einzugsbereich von eineblick.de – Sportmann Thomas Tobis war trotzdem am Samstagabend, 9. April 2011, vor Ort bei einem SES-Boxabend und musste tumultartige Szenen erleben. Im WBO-Weltmeisterschaftskampf zwischen den Supermittelgewichtlern Robert Stieglitz und dem Armenier Khoren Gevor kam es zum vorzeitigen Abbruch der Begegnung. Der Herausforderer wurde in der 10. Runde wegen Unsportlichkeit disqualifiziert und rastete deswegen aus. Security-Kräfte mussten eingreifen.

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Zwei Mal hatte Ringrichter Manfred Küchler den Armenier Khoren Gevor in der 10. Runde bereits ermahnt. Der lag gegen den Titelinhaber Robert Stieglitz nach Punkten zurück, sein Boxstil wurde immer unsauberer. Als es dann zu einem Handgemenge und einem Kopfstoß seitens des Herausforderers kam, brach Küchler den Kampf ab, disqualifizierte Khoren Gevor wegen unsportlichen Verhaltens. Der Armenier verlor daraufhin die Beherrschung und ging auf den Ringrichter los. Security-Kräfte lieferten sich mit dem Boxer in einem Tumult ein Gerangel und mussten den Ringrichter vor Gevor und letzteren auch vor sich selbst schützen.

Robert Stieglitz, Supermittegewichtsweltmeister des Verbandes WBO vor und nun auch nach diesem Kampf, musste zusehen, wie zunächst sein Trainer Dirk Dzemski versuchte, beruhigend auf den Gegner einzuwirken und wie die Muskelpakete des Sicherheitsdienstes den armenischen Sportler dann aus dem Ring führten. Robert Stieglitz gewann damit den 40. seiner insgesamt 42 Profikämpfe. Einen dieser Kämpfe bestritt er auch schon in der Ascherslebener Ballhaus-Arena.

In der anschließenden Pressekonferenz waren die Videoaufzeichnungen des Kampfes bereits von den Offiziellen ausgewertet worden. Es war sogar die Rede davon, dass Khoren Gevor möglicherweise nicht mehr für den Verband WBO boxen darf, sondern auf unbestimmte Zeit gesperrt wird.

Zuvor hatte auch Ramona Kühne einen Sieg im Federgewicht hingelegt und ihre Weltmeistertitel der drei Verbände WIBF, WBO und WBF klar nach Punkten verteidigt, die sie seit ihrem Open-Air-Kampf auf der Landesgartenschau 2010 in Aschersleben innehat. Allerdings musste sie sich noch kurz vor dem Fight auf eine neue Gegnerin einstellen, denn die zunächst vorgesehene Brasilianerin Michelle Larissa Bonassoli durfte wegen “Übergewichts” nicht gegen Kühne antreten. Beim Wiegen hatte sie mehr als drei Kilo zu viel auf den Rippen. Dafür sprang die Tschechin Arleta Krausova ein, konnte sich jedoch nicht gegen die überlegene Kühne durchsetzen.

Zwischen den Kämpfen des SES-Boxabends wurde übrigens auch ein in der Region bekannter Boxer verabschiedet. Der aus Hoym bei Aschersleben stammende Oliver Güttel muss seine überaus erfogreiche Boxkarriere leider beenden, da er an einem Augenproblem leidet, das eine gefahrlose Ausübung des Sports nicht mehr gestattet. Sowohl der Chef des SES-Boxstalls, Ulf Steinforth, als auch das ganze Team von SES verabschiedeten sich schweren Herzens von Güttel, der nun eine Ausbildung in einem Pflegeberuf absolvieren möchte.

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In der Fotostrecke zu diesem Beitrag (“Fotostrecke: SES-Boxabend 9. April 2011“) finden Sie einige Bilder vom Kampfabend in der Bördelandhalle in Magdeburg, sowohl von den Wirrungen am Ende des Kampfabends aber auch vom Boxkampf von Ramona Kühne und der Verabschiedung von Oliver Güttel. Leider hatte es mit der Presse-Akkreditierung von Sportfotograf Thomas Tobis nicht so gut geklappt, wie zunächst angenommen, so dass er keinen direkten Platz am Ring bekam, sondern aus größerer Entfernung das Spektakel erlebte. Dafür hatte er allerdings den größeren Überblick. Die mehr als drei Millionen Sat1-Zuschauer an den Bildschirmen bekamen von den Geschehnissen im Ring noch weniger mit, denn als Khoren Gevor die Beherrschung verlor, wurde von der Regie eine Werbeunterbrechung eingeblendet.

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