Ascherslebener buchen Ägypten-Reisen um

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 02. Feb 2011 - 15:19 Uhr
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Blogger- und Journalistenkollege Richard Gutjahr setzt im Internet gerade Zeichen: Auf eigene Faust ist er nach Kairo gereist und bloggt und twittert von dort, mitten aus den Reihen der Demonstranten, über seine Eindrücke. Das kann man gut finden – oder auch nicht. Das Thema Ägypten beherrscht auf jeden Fall die Medien auch hierzulande. Soweit zur Vorrede. eineblick.de hat – als Lokalblog – die Reise nach Ägypten gescheut, hat sich aber danach umgesehen und -gehört, ob die Proteste im fernen Afrika auch Auswirkungen in Aschersleben haben.

Die Bilder aus Kairo erinnern ein bisschen an die DDR 1989. Menschenmassen kommen, wie damals in Leipzig, zusammen und fordern mehr Demokratie und bessere Lebensverhältnisse ein. Die Menschen wollen, und das bewiesen sie am vergangenen Dienstag beim so genannten “Marsch der Millionen” eindrucksvoll, gewaltlos ihr starres System verändern und deren Repräsentanten aus ihren Ämtern vertreiben. Hoffen wir, dass die Proteste, die erst mit Krawallen begannen und nun – nach Berichten von Richard Gutjahr – wieder eher an Volksfeste erinnern, gewaltlos bleiben. (Update am 02.02.2011 um 15 Uhr: Leider hat sich diese Hoffnung heute nicht erfüllt. Aktuell reden die Nachrichten von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mubarak-Anhängern und -Gegnern.)

Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag eine Reisewarnung für ganz Ägypten herausgegeben. Für ein Land, das sich gerade bei deutschen Urlaubern in diesen ersten Monaten des Jahres großer Beliebtheit erfreut. Noch ist es dort nicht zu heiß, aber auch nicht so winterlich kalt wie hier. Und auch viele Ascherslebener hatten Reisen nach Ägypten gebucht. eineblick.de wollte wissen, wie die urlaubsfreudigen Einestädter auf die Proteste in dem nordafrikanischen Land reagieren. Buchen sie ihre Reisen um, fahren sie trotz Warnung? Im Reisecenter Schubert in der Taubenstraße gab Büroleiterin Kerstin Jacob Antworten auf diese Fragen, die man sich hier verpackt in ein kleines Video ansehen kann. Das Reisecenter Schubert wurde exemplarisch ausgewählt. In anderen Reisebüros wird die Situation ähnlich sein, wie Kerstin Jacob sie schildert.


 

Und noch eine Anmerkung zur Bloggeraktivität des Kollegen Gutjahr: Sein Wagemut, in die Krisenregion zu reisen, hat natürlich viel mit Selbstvermarktung zu tun. Richard Gutjahr ist einer von denen, der die Klaviatur der Eigenwerbung besonders gut spielen kann. Auf jeden Fall zeigt er, was durch Bloggen möglich ist und dass eine unabhängige und durchaus auch subjektive Berichterstattung sehr interessant sein kann. Schließlich ist ein Journalist kein Neutrum und hat auch eine Meinung zu verschiedenen Dingen. Insofern bricht er, mitten auf dem Tahrir-Platz in Kairo mit der Handykamera stehend, eine Lanze für alle Blogger und bloggenden Journalisten und ebnet damit möglicherweise einen Weg zu mehr Akzeptanz in der öffentlichen Wahrnehmung, wo Blogs oft noch als nicht ernst zu nehmende Alternative zu den klassischen Medien belächelt werden. Richard Gutjahrs Blog und sein Twitter-Feed (@gutjahr) seien daher allen interessierten Lesern empfohlen.

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Kommentare

1 Kommentar zu “Ascherslebener buchen Ägypten-Reisen um”

  1. rhein-main schrieb am 02. Feb 2011 um 21:11 Uhr

    Schade, es ist in Ägypten zu dem gekommen, was wohl unvermeidlich war. Jetzt wird um die Macht gekämpft. Brandbomben fliegen, Schüsse fallen, Menschen werden gejagt. In Kairo findet eine regelrechte Schlacht zwischen Regimegegnern und Mubarak-Getreuen statt. Am Abend forderte die Armee im Staatsfernsehen den Abzug der Demonstranten vom Tharir-Platz. Mir tun die ganzen armen Menschen einfach leid. Warum, musste es nur dazu kommen.

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