Neo Rauch präsentiert seine Meisterschüler

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Von Marko Litzenberg · Veröffentlicht am 29. Mai 2010 - 13:53 Uhr
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Einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen Kunst ist der 50jährige Neo Rauch, der seine Jugend in Aschersleben verbracht hat. Derzeit sind seine Werke in einer Ausstellung unter dem Titel “Begleiter” sowohl in Leipzig als auch in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen. Nach Aschersleben hat Rauch hingegen seine ehemaligen und jetzigen Meisterschüler eingeladen.

Die Presse durfte bereits am Samstagvormittag einen Blick in die Ausstellung werfen, die ab Sonntag, 30. Mai, dann für jedermann zu besichtigen ist. Eine Vernissage am Samstagabend ist nur geladenen Gästen vorbehalten. Neo Rauch selbst war nach Aschersleben gekommen, um Kamerateams und Fotografen sowie die Kollegen der schreibenden Zunft durch die Meisterschülerausstellung zu führen.

Auch wenn Rauch selbst zugunsten des jungen Malereinachwuchses immer wieder bescheiden zurücktrat: Die Objektive und Mikrofone waren vor allem auf den Meister gerichtet, der als Kurator der Exposition auftritt. Dennoch steht nicht Rauch im künstlerischen Mittelpunkt, sondern die 17 jetzigen und früheren Schüler seiner Meisterklasse. Alle sind bereits fertig ausgebildete Künstler, die das Meisterstudium zur weiteren Entwicklung noch angehängt haben.

Die große Anzahl der Meisterschüler spiegelt sich in der großen künstlerischen Vielfalt der etwa 80 gezeigten, zeitgenössischen Werke wider, die im sogenannten Riegel auf dem Bestehornpark, direkt über der Blumenschau der LAGA zu sehen sind. Einflüsse von Neo Rauch sind nur selten zu entdecken. Das verbindende Element der Arbeiten, so sagte Rauch, sei die hohe künstlerische Qualität der Meisterschülerarbeiten.

Rauch lobte zudem die Bedingungen in dem Neubau, der damit erstmals auf allen Etagen genutzt wird. Er bezeichnete die Ausstellung und das Gebäude gar als ein “Mini-MoMA”. Das MoMA ist das berühmte Museum of Modern Art in New York, eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst. Er wünsche sich für Aschersleben, dass der Neubau auf dem Bestehornpark als Mini-MoMA erhalten bleibe. Die Stadt möchte daraus allerdings ein Kreativzentrum für die Kinder und Jugendlichen Ascherslebens machen.

Rauch könnte sich, so formulierte er vorsichtig, auch vorstellen selbst einmal in Aschersleben, der Stadt seiner Jugend, auszustellen. Allerdings dürfte die Stadt, selbst wenn sie dies gerne sähe, Probleme damit haben. Neo Rauchs Bilder sind vom Kaufpreis und Wert oft jenseits der 100.000-Euro-Marke angesiedelt, so dass allein die Versicherung seiner Werke Unsummen verschlingen dürfte.

Wer ein Ticket für die Gartenschau hat, kann die Kunstausstellung im so genannten Riegel kostenlos bis zum 10. Oktober besuchen. LAGA-Geschäftsführer Jürgen Herzog sagte am Rande des Presserundgangs, dass sich bereits einige Kunstinteressierte gemeldet hätten, die allein wegen der Exposition der Rauch-Schüler nach Aschersleben kommen wollen.

Hintergrund:
Neo Rauch wurde am 18. April 1960 in Leipzig geboren. Knapp einen Monat nach seiner Geburt, am 15. Mai 1960, verstarben beide Eltern bei einem Unglück. Rauch wuchs daraufhin bei seinen Großeltern in Aschersleben auf, ging hier zur Schule und legte sein Abitur am jetzigen Gymnasium Stephaneum ab. Danach ging er zum Studium nach Leipzig, blieb Aschersleben allerdings familiär immer verbunden. Anfang der 1990er Jahre, damals natürlich noch bei weitem nicht so bekannt wie heute, stellte Neo Rauch schon einmal einige seiner Bilder im Museum Aschersleben aus.

Einen Videobericht vom Presseevent finden interessierte Leser im Beitrag “Video: Exposition der Meisterschüler von Neo Rauch“.

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